Flor de Lino
Raly Barrionuevo
Linenblüte
Ich zupfte Nächte, wartend vergebens
Dass sie mir einen Kuss gibt,
Doch ich träumte von dem großen Kuss
Der Erde in Hitze.
Linenblüte,
Welches seltsame Schicksal
Schnitt einen Weg ab
Von blühendem Flachs...
Ich zupfte Nächte, als ich auf sie wartete
Auf diesem Pfad,
Voll Scham, wie die Jungs in einem neuen Anzug:
Wie viele Dinge sind vergangen,
Und kommen heute immer wieder in die ewige Nacht meiner Einsamkeit!
Ich sah sie blühen wie den Flachs
Auf einem argentinischen Feld, reif von Sonne...
Hätte ich sie nur verstehen können,
Hätte ich die Liebe schon in meiner Hütte!
Ich sah sie blühen, aber eines Tages,
Verdammtes Schicksal, das sie mir nahm!
Linenblüte ist gegangen
Und heute, wo das Feld blüht,
Oh weh! Mir fehlt ihre Liebe.
Es gibt ein Tor, wo die Erinnerung zurückkehrt zur Heimat,
Das Bedauern, sie nicht immer geliebt zu haben, lässt es offen:
Linenblüte,
Ich sehe dich im Stern
Der den Pfad erhellt
Meiner Einsamkeit...
Ich zupfte Nächte, als sie mich erwartete, wie ich sie erwarte,
Voll Hoffnung, wie ein armer Gaucho, wenn er ins Dorf kommt,
Blumen der Abwesenheit, deine Erinnerung
Verfolgt mich immer in der ewigen Nacht meiner Einsamkeit...