Muchacho
Edmundo Rivero
Junge
Junge
Weil das Glück es so wollte.
Du lebst im ersten Stock
Eines zentralen Palastes,
Der für Laster und Vergnügen,
Für Feiern und Frauen
Ein Vermögen bereitstellt.
Junge
Der du den Zauber nicht kennst
Von Tränen, die geflossen sind
Auf einer Frauenbrust,
Der du nicht weißt, was es heißt,
In einem Spiel zu versagen
Und sich wieder zu fangen.
Was sagst du, dass ein schäbiger Tango
Dich nicht aus der Ruhe bringt,
Und dass deine Seele nicht weint,
Wenn ein Bandoneon klagt;
Dass, wenn du Gefühle hast,
Diese nur schlummern,
Denn alles hast du erreicht,
Indem du wie ein Kerl bezahlt hast.
Sag mir
Ob du in deinem tristen Leben
Unter dem Licht des Mondes
Oder nicht unter einer Laterne,
Dich wie ein Poet gefühlt hast
Und einem Mädchen gesagt hast,
Dass sie schöner ist als die Sonne.
Sag mir
Ob du die Harmonie kennst,
Die süße Farbenpracht
Der Nachmittage im Vorort,
Wenn die Fabrikarbeiterinnen
Verführerisch und anmutig
Unter dem klingenden Stoff gehen.