Ik haat die straat
Robert Long
Ich hasse diese Straße
Ich hasse diese Straße
Eine Straße voller toter alter Bäume
Wo nichts anderes mehr wachsen will
Als ein Büschel giftiges Kraut
Manchmal endet mein Spaziergang ungewollt dort
Bin ich doch wieder unbemerkt angekommen
Es ist eine Straße so gottverlassen
So verarmt und verzweifelt
Dass dir dort alle Hoffnung und Licht genommen werden
Es ist die Straße, die gepflastert ist
Mit dem aufgegebenen Kampf
Und mit den Scherben zerbrochener Träume
Ich hasse diese Straße
Weil ich immer wieder schauen muss
Auf die Träume und Erwartungen
Die zerbrochen sind
Millionen Wünsche und Sehnsüchte, groß und klein
Die hier so sinnlos und so kindisch erscheinen
Dieser Anblick kontrastiert so scharf
Mit allem, was ich selbst noch will
Und mit meinen eigenen Träumen, die nicht weichen wollen
Ich hasse diese Straße
Manchmal sehe ich Scherben und Stücke
Die viel ähneln den Erwartungen und Träumen aus meiner Jugend
Auf die ich mich jahrelang vergeblich gefreut habe
Doch die bei näherer Betrachtung niemals gelingen konnten
Weil man manchmal nach Dingen strebt
Die das Leben nicht bereithält
Und die man besser resolut unterdrücken sollte
Ich eile weiter, denn wenn ich stoppe
Dann sammle ich bestimmt die Scherben auf
Man darf sich für zerbrochene Träume niemals bücken