Carta a Mi Compañero
Patricio Manns
Brief an meinen Kameraden
Ich weiß es schon,
jetzt gibt es keine Ruhe, Kamerad.
Entfernungen trennen mich, vorübergehend.
Im Moment habe ich nur meine Seele voll
von Worten, von vertriebenen Sorgen,
Hoffnung hält mich hier gebunden.
Ist es morgen, dass ich wütend zurückkehre
um tot für tot aus meinem Volk zu rächen?
Denn wir müssen vereinen
das Land und die Stadt, geliebter Kamerad,
und ein einziges Vaterland wird schließlich
von der Arbeiterklasse erbaut werden!
Und morgen geht's an die Arbeit,
zu vereinen, zu organisieren;
der Kampf geht weiter.
Und mitten in der Aktion und den Parolen
werden wir uns wiederfinden,
mein Geliebter!
Erzähl mir,
ob der Mann von der Küste und den Bergen,
ob der Mann aus der Industrie und den Straßen
die Fahnen des Kampfes wieder aufnimmt.
Ob in versteckten Mündern
bewusste Worte des Kampfes gemischt werden.
Beginnt schon die Jagd auf den Henker,
oder schäumt noch die Brandung der Wellen?
Erzähl mir,
du hast das geheime Wort gesagt,
überwandst die Ängste im Dorf,
sätest die Einheit wie ein Ährchen,
wusstest von dem vergossenen Blut,
zeigtest die Schuldigen klar:
Es wird keinen Stein, kein Meer geben, das sie schützt;
keine Höhlen, kein Versteck, das verschont bleibt.