Vergüenza
Ángel Parra
Scham
Wenn du mich ansiehst, werde ich schön
Wie das Gras, das den Tau empfängt,
Und sie werden mein glorreicher Antlitz nicht erkennen
Die hohen Schilfrohre, wenn ich zum Fluss gehe.
Ich schäme mich meines traurigen Mundes,
Meiner gebrochenen Stimme und meiner rauen Knie.
Jetzt, wo du mich angesehen hast und gekommen bist,
Fand ich mich arm und fühlte mich nackt.
Kein Stein auf dem Weg hast du gefunden
Nackter an Licht in der Morgendämmerung
Als diese Frau, die du erhoben hast,
Weil du ihr Lied und ihren Blick gehört hast.
Ich werde schweigen, damit sie es nicht erfahren,
Mein Glück, die vorbeigehen über die Ebene,
Im Glanz, den meine grobe Stirn gibt
Und in dem Zittern, das in meiner Hand ist.
Es ist Nacht und der Tau fällt auf das Gras;
Sieh mich lange an und sprich mit Zärtlichkeit,
Denn morgen, wenn der Fluss hinabsteigt,
Wird das, was du geküsst hast, Schönheit tragen!