Defensa del cantor
Alfredo Zitarrosa
Verteidigung des Sängers
(Milonga)
"Aus einem Käfig ertönt ein Gesang,
es ist ein Distelfink, er will fliegen."
Pfirsichbaum und Zinnober
zeigen die Siedlung an;
Polizeistation und Friedhof,
Steinmauern und Nebel,
die Siedlung von Curtina,
der Platz mit dem Bienteví,
der kleine Platz für die Jungs,
wenige Wände und Mauern,
viele dunkle Erdhügel;
der Sänger kam von dort.
"Dieser Vogel ist nicht zum Schmücken
für irgendeinen Käfig, sondern um zu fliegen."
Curtina oder Tacuarembó,
Dünen von San Gregorio,
in der Trauer oder im Frohsinn
sang jener Junge;
und mit seiner Gitarre flog er,
ich weiß nicht wie,
ein kleiner Vogel aus Holz
mit dem Klang eines Amsels,
niemand wird es wiederholen können,
die reinste Erfindung war es.
"Wofür beschuldigen sie ihn, sagen Sie es mir,
denn eine Schuld gab es nie."
Mit der Gitarre in der Hand,
in dieser willkürlichen Zeit,
war der Junge solidarisch,
half wie ein Bruder,
mit dem Arbeiter, dem Landmann,
auf dem Feld und in der Stadt,
und kämpfte gegen die Ungerechtigkeit
des Grundbesitzers,
brannte den Oligarchen ein,
rief nach Freiheit.
"Dieser Vogel fordert Freiheit,
hört seinen Gesang, lasst ihn nicht weinen."
Das Licht wird zurückkehren, egal
wie lang die Nacht ist, es wird kommen
wie ein Gesang des Xabiá
und das Warten wird kurz sein;
das Feuer, das am meisten tröstet,
das der Freien und Gleichen,
die lange Nacht des Übels
wird sich in strahlendes Licht verwandeln,
purpurrote Erde, morgen,
wirst du von den Orientalen sein.